"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon."

Sonntag, 29. September 2013

Hallo aus Japan - Meine ersten Tage in Oita

Vergangenen Dienstag bin ich mit etwas Verspätung kurz vor Mittag aus Hong Kong nach Fukuoka geflogen. Dort angekommen hat es erst ein Weilchen gedauert bis ich durch den Einwanderungs-Posten gehen und meine Koffer abholen konnte. Danach war es aber recht unkompliziert die U-Bahn Haltestelle und einen Ticketschalter zu finden, um dort eine Fahrkarte nach Oita zu kaufen. Zum Glück sprachen die Angestellten einigermaßen verständliches Englisch. In Oita angekommen, war dies schon nicht mehr der Fall, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Am Bahnhof wurde ich von meiner Tutorin Asami und von Patricia, einer anderen Studentin aus Paderborn mit der ich mich sehr gut verstehe sowie ihrer Tutorin Saki abgeholt. Es war schön anzukommen und direkt so nett empfangen zu werden. Asami hat mich dann zum Studentenwohnheim (dem sog. „Kaikan“) gefahren, das etwa 20min Fußweg vom Bahnhof entfernt liegt. Das Kaikan ist relativ alt und die Zimmer weisen deutliche Gebrauchsspuren auf, aber sie sind größer als gedacht und sie wurden vor unserem Einzug ordentlich gereinigt. Leider werden die Zimmer im absoluten Rohzustand übergeben, d.h. es gab noch nicht einmal Toilettenpapier. Ich habe somit sehr viel einkaufen müssen in den letzten Tagen: Geschirr, Kochutensilien, Putzmittel, Wäscheständer, Mülleimer, und und und. Sogar einen Staubsauger habe ich mir geleistet. Bis auf die Elektronikartikel konnte ich das meiste in einem 105Yen (0,80€) Supermarkt namens „Daiso“ kaufen, wo es eine riesige Auswahl an Haushaltswaren zu eben 0,80€ pro Stück gibt. Super!


Inzwischen habe ich sogar Blümchen und Poster an den Wänden hängen und fühle mich hier sehr wohl. Jedes Zimmer ist mit einer eigenen kleinen Küche und mit einer Waschmaschine auf dem Balkon ausgestattet. Außerdem gibt es Internet über LAN-Kabel. Mein Zimmer ist im zweiten Stockwerk. Unten gibt es noch einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher, DVD-Player, Spielkonsole etc. Zum Bahnhof und zur Stadt sind es wie gesagt ca. 20min Fußweg. Der nächste Supermarkt liegt 5min von uns entfernt.








Blick von meinem Balkon aus
Ansonsten haben wir gleich am ersten Abend Patricias Geburtstag gefeiert. Dazu waren wir erst zusammen essen und anschließend noch bei Sógó, einem Japaner, der vor zwei Jahren als Austauschstudent nach Paderborn gekommen ist und sehr gut deutsch spricht. 



Am zweiten Abend, also am Mittwoch, waren wir in einer typisch japanischen Karaokebar, wo wir bis in die frühen Morgenstunden gesungen und getrunken haben. Das muss man definitiv einmal erlebt haben. Es macht wirklich Spaß :-)

 
Am Freitag waren wir zum ersten Mal in der Uni. Um dorthin zu kommen müssen wir einen Zug nehmen, der knapp 10min zur Uni braucht. Dann noch einen kleinen Berg hochlaufen. Das Uni-Gelände ist klein und übersichtlich.

Auf dem Weg zur Uni
Während der Eröffnungsveranstaltung haben wir erfahren, dass es dieses Semester 48 Austauschstudenten in Oita gibt, u.a. aus den USA, Frankreich, Holland, Finnland, England, Ungarn und China. Mit den meisten von ihnen habe ich noch nicht gesprochen, weil wir alle auf drei unterschiedliche Wohnheime verteilt sind, aber viele machen einen sehr netten Eindruck. Fernab sind hier mit mir noch sieben weitere Austauschstudenten aus Paderborn mit denen ich mich sehr gut verstehe, so dass ich keine Angst haben muss mich hier großartig alleine zu fühlen. Leider sprechen wir auch die meiste Zeit über auf Deutsch, so dass ich nicht gezwungen bin mein English aufzupolieren. Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja bald, wenn man auch in größeren Gruppen unterwegs ist.

Heute haben uns unsere japanischen Freunde Hiro und Sógó, die wir noch aus Paderborn kennen, zum BBQ eingeladen und es gab leckeres Fleisch und auch gegrillten Fisch. Wir hatten wieder viel Spaß.

Patricia und Sho
v.l.n.r: ich, Vera, Laura u. Patricia aka "die Kaikan Girls"

Einige Sachen, die ich schon erledigen konnte:
  • einen Namensstempel machen lassen, den man hier zum unterschreiben braucht
  • die Anmeldung bei der Stadtverwaltung
Sachen, die noch ausstehen:
  • Handy besorgen (viel, viel komplizierter und kostspieliger als bei uns)
  • Fahrrad besorgen (sollte die nächsten Tage funktionieren)
Es gibt eigentlich noch tausend Sachen, die ich gerne über Oita, das japanische Essen, die Supermärkte und die Japaner erzählen möchte, aber für heute sollten das genug Infos gewesen sein. Morgen früh steht wieder Uni auf dem Programm. Hier ist es jetzt kurz nach 22 Uhr. Zeit ins Bett zu gehen. Gute Nacht! :-)


p.s.: An die ganzen Fotos mit den Peace-Zeichen müsst ihr euch jetzt leider gewöhnen. Das ist hier ein absolutes MUSS ;-)

Sonntag, 22. September 2013

Zweiter Tag in Hong Kong: Peak, Hollywood Road und Dim Sum

Gestern sind wir als erstes zur Metrostation Admiralty gefahren und von dort aus zum Hong Kong Park gelaufen. Hierbei handelt es sich um einen schönen grünen Stadtpark in dem u.a. Gewächshäuser mit Tropen- und Wüstenklima, Wasserfälle, Brunnen und Seen zu finden sind.
 
Im Hong Kong Park gibt es sehr viele Schildkröten
Ein bisschen wie der Central Park in New York...
Wir haben dann den Ausgang zum Cotton Tree Drive genommen, der uns – am Hong Kong Squash Centre vorbei – direkt zur Talstation der Peak Tram geführt hat.


Die Peak Tram ist eine alte Standseilbahn, die zum Peak Tower auf 400 m Höhe fährt. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick über die Stadt.

Talstation und einfahrende Peak Tram
Wir haben uns die kostenpflichtige SkyTerrace gespart und sind rechts in die Lugard Road. Wenn man diesen kleinen grünen Pfad 800 m weit bis zum Steilhang läuft, kann man das Panorama in seiner ganzen Pracht erleben. Und auf dem Weg dahin trifft man auch noch viele schöne Schmetterlinge :-)





Ansonsten gibt es oben am Peak Tower viele Läden, Restaurants und Terrassen, die aber eher uninteressant sind. Wir haben vietnamesisch zu Mittag gegessen und sind dann wieder mit der Tram nach unten gefahren. Die Tram verkehrt alle 10-15 min und benötigt nur wenige Minuten für eine Strecke. Man kann die Tram mit der normalen Octopus Card benutzen. Hin und zurück kostet die Fahrt 4 Euro.

Bergstation und ankommende Peak Tram
Wieder an der Talstation angekommen sind wir die Lower Albert Road entlang gelaufen bis zur Wyndham Street und zur Hollywood Road. Hier befinden sich die ganzen Antiquitäten- und Kunsthändler Hong Kongs. In den zum Teil völlig überladenen Schaufenstern kann man viel Kurioses entdecken.

Hollywood Road
Antiquitätengeschäft in der Hollywood Road
Man Mo Tempel in der Hollywood Road
Zum Abendessen hatten wir uns mit Peter, einem Arbeitskollegen meiner Mutter verabredet, der in Hong Kong wohnt. Zusammen mit ihm und fünf in Hong Kong lebenden Deutschen sind wir in das Restaurant Din Tai Fung gegangen, wo wir Peter die Speisenauswahl überlassen haben. Was auf den Tisch kam war wirklich köstlich. Ich habe das erste Mal richtige, frische Dim Sum probiert und würde am liebsten direkt wieder welche essen. Das Restaurant empfehle ich jedem, der nach Hong Kong kommt.

Nach dem Abendessen sind wir noch zur Rooftop Bar des Restaurants Sevva gefahren, wo man einen sehr schönen Blick über Hong Kong hat. Dafür muss man leider 9 Euro für ein Tsing Tao Bier bezahlen. Dennoch: die Investition lohnt sich!


Erster Tag in Hong Kong: Shoppen in Kowloon


Blick aus unserem Zimmerfenster
Am Donnerstagabend um 23 Uhr sind wir pünktlich in Hong Kong gelandet. Leider mussten wir fast eine Stunde auf unser Gepäck warten, aber dann ging es relativ schnell, da der Flughafen super an die Stadt angebunden ist. Mit dem Airport Express-Schnellzug (für 10 Euro) ist man in 24 min in „Central“ von wo aus wir für ca. 4 Euro einen Taxi zum Hotel genommen haben (5-10 min Fahrt). Unser Hotel ist in Wan Chai auf Hong Kong Island und heißt Harbourview. Zum Glück haben wir auch tatsächlich ein Zimmer zur Hafenseite auf dem 16. Stockwerk mit Hafenblick bekommen.


Wir haben dann erst mal ausgeschlafen und uns gegen 11 Uhr mit der Metro auf dem Weg ins Stadtteil Kowloon gemacht. Dort angekommen ist man zunächst überwältigt von dem lebhaften Geschehen auf den Straßen und den vielen Einkaufsmöglichkeiten.

 
Der Lebensmittelmarkt ist relativ klein
Wir sind direkt zum Markt in der Fa Yuen Street und zum Ladies' Market gelaufen und haben dann dort ein paar Kleinigkeiten eingekauft. Wer nicht gut im Feilschen ist sollte definitiv nach China fahren, um das zu üben. Man bekommt fast alles für ein Drittel oder sogar ein Viertel von dem anfänglich vorgeschlagenen Preis. Oft handelt es sich eben wirklich um „China-Ware“, von der man als Europäer den Wert kennt. Für kleine Souvenirs und Modeschmuck ist der Markt sehr gut geeignet. Die Gucci & Co-Fälschungen fand ich nicht so gut, da findet man in Italien bessere. Auch gute Lederschuhe sucht man vergebens. Hier ist eben alles Plastik, Plastik, Plastik.

Nachdem wir die Gegend um Mong Kok weitestgehend erkundet hatten, haben wir uns eine ordentliche zweistündige Maniküre gegönnt, die uns 6,50 Euro gekostet hat. Die werde ich mir hier in Asien bestimmt noch öfters gönnen :-).

Beim Blick auf die Speisekarte ist man erst leicht überfordert


 
Anschließend bekamen wir Hunger und fanden ein gutes Restaurant, wo wir für eine große Portion Nudeln mit Beef Brisket und Gemüse 3,50 Euro bezahlt haben. Getränke zum Essen kosteten 90 Cent. Das sind mal gute Preise! Und es schmeckt auch wirklich immer alles frisch und lecker.





 

Gestärkt von der Mittagspause ging es dann weiter in eine Fischmarkthalle, wo es wirklich frischen Fisch gab. Das meiste ist noch in den Becken geschwommen und hat gezappelt. 


Etwas störend fand ich die ganzen Netzte voll mit lebendigen Fröschen. Zum Glück habe ich sie noch auf keiner Speisekarte entdeckt. Vielleicht ist das auch ein Geheimtipp…

Frische Frösche im Netz :-/
Danach waren wir noch auf dem Flower Market und auf dem Gold Fish Market. Man sieht doch immer wieder Sachen, die man noch nicht kennt. Interessante Pflanzen und Blumen, eine riesige Auswahl an Orchideen, verschiedenste Fische, Quallen, Schildkröten, usw.

Blumenmarkt
Zierfischmarkt
 
Als es dann dunkel wurde (hier gegen 19 Uhr) waren wir noch in einem unglaublich großen Einkaufszentrum namens Langham Place. Allein architektonisch schon sehenswert, aber auch die Geschäfte sind richtig cool. Für jeden etwas dabei.

Langham Place, 4. Stock
Langham Place, 12. Stock, nach unten fotografiert
Da meine Koffer aber ohnehin schon voll bepackt für das lange Semester sind, blieb es beim reinen Window Shopping. In einem Supermarkt haben wir uns dann noch eine gute Portion Sushi gekauft und den Abend gemütlich im Hotelzimmer ausklingen lassen.


Was ist mir sonst noch an meinem ersten Tag in Hong Kong aufgefallen?
  • Die Metro ist super modern und zuverlässig. Der Transfer von einer Linie auf die nächste ist sehr gut organisiert. Die Bezahlung mit der sog. „Octopus-Card“ (vergleichbar mit der engl. Oyster Card) ist sehr unkompliziert. Insgesamt sind die Fahrten viel günstiger als bei uns. 
  • Die Hong Kong Chinesen sind sehr modern (zumindest vom äußeren Erscheinungsbild) und sie sind uns nicht mit Neugier begegnet. Westlich aussehende Menschen scheinen eher selbstverständlich zu sein. Eigentlich ist es oft sogar umgekehrt, dass man uns gar nicht beachtet, z. B. wenn man ins Hotel reinkommt. Keine Dame an der Rezeption blickt auf uns um zu grüßen. Die Chinesen scheinen in dieser Hinsicht eher reserviert. Es bestätigt sich doch der Eindruck, dass die Chinesen gerne unter sich bleiben.
  • Je später die Uhrzeit, desto voller die Straßen. Angerempelt wird man aber nie.
  • Insgesamt ist alles viel sauberer und wohlriechender als ich es erwartet hatte. Ich habe auch niemanden schlürfen, rülpsen oder furzen hören :)   
  • Die Stadt macht einen sehr sicheren Eindruck.
  • Hong Kong ist cool!