Vergangenen
Dienstag bin ich mit etwas Verspätung kurz vor Mittag aus Hong Kong nach
Fukuoka geflogen. Dort angekommen hat es erst ein Weilchen gedauert bis ich
durch den Einwanderungs-Posten gehen und meine Koffer abholen konnte. Danach
war es aber recht unkompliziert die U-Bahn Haltestelle und einen Ticketschalter
zu finden, um dort eine Fahrkarte nach Oita zu kaufen. Zum Glück sprachen die
Angestellten einigermaßen verständliches Englisch. In Oita angekommen, war dies
schon nicht mehr der Fall, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Am Bahnhof wurde
ich von meiner Tutorin Asami und von Patricia, einer anderen Studentin aus
Paderborn mit der ich mich sehr gut verstehe sowie ihrer Tutorin Saki abgeholt.
Es war schön anzukommen und direkt so nett empfangen zu werden. Asami hat mich
dann zum Studentenwohnheim (dem sog. „Kaikan“) gefahren, das etwa 20min Fußweg
vom Bahnhof entfernt liegt. Das Kaikan ist relativ alt und die Zimmer weisen deutliche
Gebrauchsspuren auf, aber sie sind größer als gedacht und sie wurden vor
unserem Einzug ordentlich gereinigt. Leider werden die Zimmer im absoluten
Rohzustand übergeben, d.h. es gab noch nicht einmal Toilettenpapier. Ich habe
somit sehr viel einkaufen müssen in den letzten Tagen: Geschirr,
Kochutensilien, Putzmittel, Wäscheständer, Mülleimer, und und und. Sogar einen
Staubsauger habe ich mir geleistet. Bis auf die Elektronikartikel konnte ich das
meiste in einem 105Yen (0,80€) Supermarkt namens „Daiso“ kaufen, wo es eine
riesige Auswahl an Haushaltswaren zu eben 0,80€ pro Stück gibt. Super!
Inzwischen habe ich sogar Blümchen und Poster an den Wänden hängen und fühle
mich hier sehr wohl. Jedes Zimmer ist mit einer eigenen kleinen Küche und mit
einer Waschmaschine auf dem Balkon ausgestattet. Außerdem gibt es Internet über
LAN-Kabel. Mein Zimmer ist im zweiten Stockwerk. Unten gibt es noch einen
Gemeinschaftsraum mit Fernseher, DVD-Player, Spielkonsole etc. Zum Bahnhof und
zur Stadt sind es wie gesagt ca. 20min Fußweg. Der nächste Supermarkt liegt
5min von uns entfernt.
| Blick von meinem Balkon aus |
Ansonsten haben
wir gleich am ersten Abend Patricias Geburtstag gefeiert. Dazu waren wir erst
zusammen essen und anschließend noch bei Sógó, einem Japaner, der vor zwei
Jahren als Austauschstudent nach Paderborn gekommen ist und sehr gut deutsch
spricht.
Am zweiten Abend, also am Mittwoch, waren wir in einer typisch
japanischen Karaokebar, wo wir bis in die frühen Morgenstunden gesungen und
getrunken haben. Das muss man definitiv einmal erlebt haben. Es macht wirklich
Spaß :-)
Am Freitag waren
wir zum ersten Mal in der Uni. Um dorthin zu kommen müssen wir einen Zug
nehmen, der knapp 10min zur Uni braucht. Dann noch einen kleinen Berg
hochlaufen. Das Uni-Gelände ist klein und übersichtlich.
| Auf dem Weg zur Uni |
Während der Eröffnungsveranstaltung
haben wir erfahren, dass es dieses Semester 48 Austauschstudenten in Oita gibt,
u.a. aus den USA, Frankreich, Holland, Finnland, England, Ungarn und China. Mit
den meisten von ihnen habe ich noch nicht gesprochen, weil wir alle auf drei
unterschiedliche Wohnheime verteilt sind, aber viele machen einen sehr netten
Eindruck. Fernab sind hier mit mir noch sieben weitere Austauschstudenten aus
Paderborn mit denen ich mich sehr gut verstehe, so dass ich keine Angst haben
muss mich hier großartig alleine zu fühlen. Leider sprechen wir auch die meiste Zeit
über auf Deutsch, so dass ich nicht gezwungen bin mein English aufzupolieren.
Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja bald, wenn man auch in größeren Gruppen
unterwegs ist.
Heute haben uns
unsere japanischen Freunde Hiro und Sógó, die wir noch aus Paderborn kennen,
zum BBQ eingeladen und es gab leckeres Fleisch und auch gegrillten Fisch. Wir hatten wieder viel Spaß.
| Patricia und Sho |
| v.l.n.r: ich, Vera, Laura u. Patricia aka "die Kaikan Girls" |
Einige Sachen,
die ich schon erledigen konnte:
- einen Namensstempel machen lassen, den man hier zum unterschreiben braucht
- die Anmeldung bei der Stadtverwaltung
Sachen, die noch
ausstehen:
- Handy besorgen (viel, viel komplizierter und kostspieliger als bei uns)
- Fahrrad besorgen (sollte die nächsten Tage funktionieren)
Es gibt eigentlich noch tausend Sachen, die ich gerne über Oita, das japanische Essen, die Supermärkte und die Japaner erzählen möchte, aber für heute sollten das genug Infos gewesen sein. Morgen früh steht wieder Uni auf dem Programm. Hier ist es jetzt kurz nach 22 Uhr. Zeit ins Bett zu gehen. Gute Nacht! :-)
p.s.: An die ganzen Fotos mit den Peace-Zeichen müsst ihr euch jetzt leider gewöhnen. Das ist hier ein absolutes MUSS ;-)




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